DER FÜHRER FÜR
AUSGEWACHSENE HUNDE
VON EUKANUBA
Auch wenn Ihr Hund kein Welpe mehr ist, können Sie
als Besitzer noch ein Paar Tricks gebrauchen.
Zahnpflege nicht nur für Promi-Vierbeiner
Es klingt vielleicht lächerlich, einem Hund die Zähne zu putzen, denn schließlich stammen Hunde von den Wölfen ab, die sich als Jäger keine großen Gedanken um ihr Beißwerkzeug machen. Aber wussten Sie, dass das Maul der direkte Weg zu den Lungen, zur Niere, zur Leber und zum Herz ist? Das bedeutet nämlich, dass Bakterien im Maul Ihres Haustiers Krankheiten hervorrufen können. Um die Gesundheit Ihres Hundes zu schützen, müssen Sie für eine regelmäßige Zahnpflege sorgen. Unten finden Sie ein paar Tipps, wie Sie das hinbekommen, ohne Ihre Hand opfern zu müssen.
Anatomie eines Hundemauls
Wie wir alle wissen, fressen Hunde alles, was ihnen vor die Nase kommt - verrottete Blätter, alte Schuhe, Eichhörnchenhäufchen usw. Aber erstaunlicherweise bekommen sie keine Zahnlöcher. Das liegt an ihren kegelförmigen Zähnen, dem nicht säurehaltigen Speichel und der kohlehydratarmen Ernährung. Dennoch sind sie vor Zahnbelag nicht gefeit, der zu Paradontose und letztlich zu einem Zahnverlust führt. Wie Sie vielleicht vom Zahnarzt wissen, ist Zahnbelag eine weiche, helle Ablagerung, die sich nach dem Essen auf den Zähnen und unter dem Zahnfleischrand bildet. Wenn der Zahnbelag mit den Mineralien im Speichel des Tieres reagiert, entsteht Zahnstein. Dieser Zahnstein muss entfernt werden, da er sonst Bakterien als Nährboden dient. Bakterien sind richtig übel, weil sie den Hals herunterwandern und sich im Körper einnisten können. Im schlimmsten Fall werden dann lebenswichtige Organe angegriffen. Außerdem kann sich der Zahnfleischrand entzünden, was sehr schmerzhaft ist. Es kann sogar zu Blutungen kommen, und die Zähne können ausfallen. (Einem Hund ohne Zähne geht es wie einem Menschen ohne Gebiss, wenn er trockene Knusperkroketten fressen soll.)
Rote Karte für Zahnbelag
Es gibt drei Möglichkeiten, um Zahnstein zu stoppen:
- Geben Sie Ihrem Hund Kauspielzeug und Lederknochen zum Spielen, damit der Belag von den Zähnen verschwindet, ohne dass er es merkt. (Aber immer unter Aufsicht, und geben Sie ihm keine echten Knochen, da diese splittern und im Hals stecken bleiben können.)
- Füttern Sie Ihren Hund mit knusprigen Kroketten anstatt mit Dosenfutter (oder einer Mischung aus beiden) sowie mit genoppten Leckerli, um die Zähne von Zahnbelag zu befreien.
- Putzen Sie seine Zähne. (Oder lassen Sie das den Tierarzt machen.)
Wie putzt man die Zähne eines Hundes?
Wichtig ist, damit anzufangen, wenn der Hund noch klein ist. Nur so kann er sich daran gewöhnen, dass sich jemand in seinem Maul zu schaffen macht. Untersuchen Sie zunächst die Zähne, um sicherzustellen, dass alle Milchzähne ausgefallen sind. (Bei manchen Zwergrassen gehen die Zähne nicht raus. Sollte dies bei Ihrem Hund der Fall sein, gehen Sie schnell zum Tierarzt.) Dann geht's los:
- Fahren Sie mit dem Finger vorsichtig am äußeren Zahnfleisch entlang, damit sich der Hund daran gewöhnt. Wenn er sich daran gewöhnt hat, versuchen Sie es innen.
- Geben Sie dann Hundezahnpasta auf den mit Mull umwickelten Finger (oder verwenden Sie eine spezielle Hundezahnbürste), und putzen Sie langsam die Zähne. Setzen Sie den Finger oder die Zahnbürste in einem Winkel von 45 Grad an, und putzen Sie die Zähne mit kreisenden Bewegungen.
- Putzen Sie die Zähne mehrmals pro Woche.
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
Wenn Ihr Hund sich nicht die Zähne putzen lassen will, müssen Sie zum Tierarzt gehen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie braunen Zahnbelag feststellen oder das Zahnfleisch blutet. Beim Tierarzt bekommt Ihr Hund eine Betäubung, und dann werden die Zähne unter und über dem Zahnfleischrand gereinigt.
Die Zahnpflege Ihres Hundes ist genauso wichtig wie die tägliche Hygiene bei uns Menschen und muss daher ernst genommen werden. Schließlich hängt davon die langfristige Gesundheit Ihres Vierbeiners ab, und Sie wollen doch bestimmt nicht, dass Ihre Gäste vor dem üblichen Mundgeruch davonlaufen.
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